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Was bedeutet Expandierter Austenit oder "S-Phase"?.

Auf reflektierendem Edelstahl verteilte Wassertropfen mit einem kühlen Blaustich, wobei jeder Tropfen feine Oberflächendetails hervorhebt.

Was ist Expandierter Austenit oder "S-Phase"?

 

Die Begriffe "expandierter Austenit" und "S-Phase" wurden bei ihrer Entdeckung Anfang der 1980er Jahre geprägt. Der Begriff S-Phase wurde verwendet, um neue Peaks zu beschreiben, die mit einem Röntgenpulverdiffraktometer (XRD) angezeigt wurden. Man glaubte, dass sich in der austenitischen Struktur der nichtrostenden Stähle eine neue Phase bildete. Später stellte sich heraus, dass dies nicht der Fall war und bei der thermochemischen Diffusion keine Phasenänderung auftrat; der Name blieb jedoch erhalten und die Begriffe "expandierter Austenit" oder "S-Phase" werden heute synonym verwendet. Zu einem bestimmten Zeitpunkt wurde sogar die Bezeichnung "M-Phase" verwendet, da man glaubte, dass sich eine martensitische Struktur bildet, was ebenfalls nicht stimmt.

Die S-Phase wird durch eine Übersättigung mit Kohlenstoff und/oder Stickstoff gebildet, bis zu 25 at% für die Stickstoff-S-Phase. Die Implantation der Elemente führt zu einer hellen weißen Schicht, die leicht erkennbar ist und auf die Ausdehnung des Gitters zurückzuführen ist, während das Kernmaterial die Ausdehnung einschränkt. Infolgedessen bilden sich sehr hohe Eigenspannungen und es wird eine hohe Härte erreicht, die typischerweise über 1000HV0,05 liegt. Beide Arten der S-Phase (Stickstoff und Kohlenstoff) sind metastabil, wobei die letztere sich in der Kolsterising® Prozess entsteht, eine höhere thermische Stabilität und Duktilität aufweist.

Wie in der Abbildung dargestellt, diffundieren Kohlenstoff- oder Stickstoffatome in die Zwischenräume des Gitters und üben Druck auf die Oberfläche aus, während das Grundmaterial die Ausdehnung absorbiert.

Atomdiagramm: unbehandelter 316L-Stahl mit weißen Kreisen; behandelter 316L-Stahl mit dicht angeordneten roten Kreisen und Pfeilen, die die Oberflächenhärtung verdeutlichen.Während die genaue Art von Bodycote's Specialty Stainless Steel Processes (S³P) mit Kolsterising® sind, kann man sagen, dass diese Verfahren umweltverträglich sind und eine konsistente und zuverlässige S-Phase liefern. Dies sind zwei Gründe, warum das Verfahren häufig in der Medizin sowie in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie eingesetzt wird. Diese Niedertemperaturverfahren sind eine der besten Optionen für austenitische rostfreie und Ni-Cr-Legierungen, um eine S-Phase aufzubringen und gleichzeitig die Korrosionsbeständigkeit des Materials zu erhalten, indem die Bildung von Ausscheidungen vermieden wird. Einige Vorteile der Anwendung einer Kolsterised® S-Phase sind:

  • Duktilität der gehärteten Schicht
  • Erhöhung der Abriebfestigkeit
  • verbesserte Ermüdungslebensdauer
  • Verhinderung von Fressen bei austenitischen Werkstoffpaarungen
2362 2496 jim