Spezialverfahren für rostfreie Stähle (S³P)

Vorteile Anwendungsbereiche Prozessdetails

Spezielle Edelstahlprozesse (S³P), die Kolsterisieren® und Nivox-Verfahren beinhalten, bieten eine einzigartige Oberflächenhärtung für austenitische rostfreie Stähle, nickelbasierte Legierungen und Kobalt-Chrom-Legierungen zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften und des Verschleißwiderstandes. Die Korrosionsbeständigkeit bleibt dabei erhalten.

Vorteile

Durch die S³P-Verfahren wird die Oberfläche von austenitischen rostfreien Stählen gehärtet und dadurch die mechanischen Eigenschaften verbessert. Während der Verschleißwiderstand, die Festigkeit, die Duktilität und der Widerstand gegen Kaltverschweißungen gesteigert werden, bleibt die Korrosionsbeständigkeit unverändert. Dank der Oberflächendiffusion können Risse und Abplatzungen auf der Oberfläche vermieden werden, was einen immensen Vorteil gegenüber konventionellen Beschichtungsverfahren darstellt. S³P A und Kolsterisieren® entsprechen dem aktuellen Stand der Technik für austenitische rostfreie Stähle, rostfreie Duplexstähle und nickelbasierte Werkstoffe. S³P kommen auch zur Behandlung martensitischer und ausscheidungsgehärteter rostfreier Werkstoffer in Frage.

Vorteile

  • Höhere Oberflächenhärte von bis zu 900-1300 HV0.05 (je nach Grundwerkstoff und Oberflächenzustand)
  • Bei richtiger Auswahl und richtiger Behandlung von Werkstoffen bleibt die Korrosionsbeständigkeit erhalten
  • Farbstabilität und Formbeständigkeit
  • Keine Nachbehandlung notwendig
  • Kein Risiko von Abplatzungen
  • Die paramagnetischen Eigenschaften des austenitischen Werkstoffs bleiben unverändert
  • Keine Reibermüdung und keine Kaltverschweißung Hohe Beständigkeit in oberflächenangreifenden Umgebungen, z.B. Gleiten in Kombination mit abrasivem Verschleiß und Kavitationserosion.

Anwendungsbereiche

S³P-Prozesse zeichnen sich durch ein breites Anwendungsfeld aus, das sich von Präzisionswerkzeugen für die Pharmaindustrie bis hin zu Komponenten für den Fahrzeugbau erstreckt.

  • Durch den Einsatz von S³P-Prozessen können die Anlagen der Nahrungsmittelindustrie oder auch andere Fertigungseinrichtungen wesentlich effizienter und kostengünstiger betrieben werden.
  • Abriebfeste, widerstandsfähige industrielle Flüssigkeitsförderanlagen, Ventile und Zubehör.
  • Korrosionsbeständige, abrieb- und verschleißfeste Verbindungselemente, die problemlos aus- und eingebaut werden müssen.
  • Neue Herausforderungen in der Automobilindustrie im Bezug auf die Kraftstoffeffizienz erfordern korrosionsbeständige, harte Komponenten mit verschleißfester Oberfläche und längerer Lebensdauer.
  • Medizinische Instrumente, die eine hohe Verschleißfestigkeit und einen hohen Abnutzungswiderstand erfordern, damit sie lange hart bleiben und nicht stumpf werden.
  • Korrosionsbeständige, verschleiß- und kratzfeste Komponenten und Verbindungselemente für Marineanwendungen.
  • Viele der heutigen Konsumgüter aus rostfreien Stählen erfordern eine harte, kratz- und verschleißfeste Oberfläche.

Alle rostfreie Stähle sowie nickelbasierte Legierungen und Legierungen auf Chrom-Kobalt-Basis können mit den S³P-Verfahren behandelt werden. Einige Beispiele sind:

  • Austenitische rostfreie Stähle - AISI 304, 304L, 316, 316L, 904L
  • Martensitische rostfreie Stähle   - AISI 430, 440 
  • Rostfreie Duplexstähle - UNS S32205, S32750
  • Ausscheidungsgehärtete rostfreie Stähle - PH 17-4, PH 13-8 Mo
  • Nickelbasierte Legierungen - Hastelloy® und Inconel®
  • Kobalt-Chrom-Legierungen - BioDur® CCM Plus® Legierungen
  • Stellite®
     

Prozessdetails

S³P-Verfahren beinhalten eine Anreicherung der Werkstückoberfläche mit großen Mengen Kohlenstoff und/oder Stickstoff ohne Chromausscheidung. Es werden keine weiteren chemischen Elemente im Prozessverlauf hinzugefügt. Es besteht außerdem kein Risiko von Abplatzungen, da bei S³P-Prozessen keine Beschichtungen aufgetragen werden und auch keine Versprödungen im Werkstoff auftreten.

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